Über das Projekt

Visualisierung des geplanten Alpha-Geländes in Garching: Menschen auf einem begrünten Platz zwischen zwei hellen Gebäuden.

Die Fusionsanlage Alpha in Garching ist ein Demonstrationsprojekt von Proxima Fusion. Das Unternehmen errichtet dort den Fusionsdemonstrator Alpha. Er soll weltweit erstmals zeigen, dass ein Stellarator im Dauerbetrieb mehr Fusionsleistung erzeugen kann, als dem Plasma dafür zugeführt werden muss. Damit bildet Alpha den entscheidenden Schritt zwischen jahrzehntelanger Fusionsforschung und der kommerziellen Nutzung von Fusionsenergie.

Alpha ist kein Kraftwerk. Die Anlage dient dazu, die Technologie unter realen Bedingungen zu demonstrieren und die Grundlage für zukünftige Fusionskraftwerke zu schaffen. Nach dem erfolgreichen Nachweis ist vorgesehen, Alpha an das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) zu übertragen und als nationale Forschungsinfrastruktur weiter zu nutzen.


Schlüsseldaten zu Alpha

Grundstück: ca. 9ha

Alpha: ca. 16x16x5m + Peripherie

Torus Halle: ca. 40 × 50 × 35 m

Tritiumbestand: < 26 gr.

~2000 Tonnen Gewicht

Inbetriebnahme Anfang der 2030er Jahre

Schematische Seitenansicht des Stellarators Alpha: etwa 16 Meter lang und 5 Meter hoch, mit einer Person als Größenvergleich.

Wo entsteht Alpha?

Lageplan des geplanten Alpha-Geländes an der Freisinger Landstraße, in direkter Nachbarschaft zum Forschungscampus Garching.

Alpha soll in direkter Nachbarschaft zum Max-Planck-Institut für Plasmaphysik und dem Forschungscampus Garching gebaut werden.

Auf dem Gelände entstehen mehrere Gebäude für die Fusionsanlage und ihre technischen Systeme sowie Büroräume. Im Zentrum steht der Stellarator Alpha: eine kreisförmige Fusionsanlage, umgeben von der notwendigen Infrastruktur für Betrieb, Energieversorgung und Experimente.

Die Detailplanung des Geländes und der Gebäude wird derzeit gemeinsam mit den beteiligten Partnern weiterentwickelt.

Wie funktioniert Alpha?

Aufgeschnittene 3D-Darstellung des in Alpha geplanten Stellarators mit pink dargestelltem Plasma im Inneren.

Alpha basiert auf der Stellarator-Technologie. Ein Stellarator ist eine Anlage zur Erzeugung von Fusionsenergie, in der extrem heißes Plasma berührungsfrei „eingesperrt“ wird, ohne die Wände zu berühren. Starke Magnetspulen, die in einer speziellen Form angeordnet werden, erzeugen ein präzise geformtes Magnetfeld, das das Plasma auf einer geschlossenen Bahn im Kreis führt.

Aus Wasserstoffisotope wird dabei bei rund 150 Millionen Grad ein Plasma, in dem Atomkerne miteinander verschmelzen und Energie freisetzen. Diese Energie lässt sich über ein Kühlsystem später in Strom umwandeln.

Schematische Darstellung eines Tokamaks mit regelmäßig angeordneten, ringförmigen Magnetspulen.
Tokamaks
Einfach zu konstruieren, aber schwer zu betreiben
VS
Schematische Darstellung eines Stellarators mit unterschiedlich geformten Magnetspulen rund um die Plasmakammer.
Stellaratoren
Schwer zu konstruieren, aber einfach zu betreiben

Warum Stellaratoren?

Stellaratoren sind für Fusion besonders passend, weil sie - im Gegensatz zu anderen Fusionstechnologien wie beispielsweise Tokamaks - von Grund auf auf Stabilität ausgelegt sind. In ihnen kann dank der starken Magnetfelder der Fusionsprozess kontrolliert und sicher ablaufen - und das im Dauerbetrieb. Genau dieses Potenzial für verlässlichen Dauereinsatz macht Stellaratoren so vielversprechend für zukünftige Fusionskraftwerke und ist der Grund, warum die Fusionsanlage Alpha in Garching als Stellarator gebaut wird.

Deutschland an der Weltspitze

Deutschland hat die Chance, bei der Fusionsenergie eine weltweit führende Rolle einzunehmen. Im Koalitionsvertrag haben es CDU/CSU und SPD klar formuliert: „Unser Ziel ist: Der erste Fusionsreaktor der Welt soll in Deutschland stehen.“ Bestätigt wurde das in der im Mai 2026 vorgestellten „Technologie-Roadmap Fusion der Hightech-Agenda der Bundesregierung”. Dort heißt es zur Fusionsenergie: „Ein Erfolg auf diesem Gebiet stärkt die technologische Souveränität und Unabhängigkeit Deutschlands im Energiebereich massiv. Durch den Aufbau einer Fusionsindustrie und entsprechender Wertschöpfungsketten werden Arbeitsplätze geschaffen und Deutschland als Technologie-Exportnation positioniert.“ Deutschland soll damit mittel- und langfristig zu einem weltweit führenden Industriestandort für Fusionstechnologie werden.

Proxima Fusion ist dabei ein wichtiger Akteur. Das Unternehmen ist aus dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik hervorgegangen und baut auf den jahrzehntelangen Erfahrungen mit dem Wendelstein-7-X-Experiment auf. Aus dieser wissenschaftlichen Exzellenz entsteht jetzt ein industrielles Vorhaben, das Fusionsenergie aus dem Labor in die Praxis bringen soll.

Visualisierung des Stellarators Alpha in der Torushalle; eine Person links zeigt die Größe der Anlage.

Wer baut Alpha?

Alpha wird von Proxima Fusion gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Industrie und öffentlicher Hand realisiert. Proxima verantwortet die Entwicklung und Umsetzung der Fusionsanlage. Dabei baut das Unternehmen auf jahrzehntelanger Stellarator-Forschung am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching auf. Das IPP ist zugleich Alphas wissenschaftlicher Partner.

Mehr als 50 europäische und internationale Unternehmen arbeiten in der Alpha Alliance zugleich an der industriellen Lieferkette für das Projekt. Sie bringen ihre Erfahrung in Bereichen wie Magnet- und Vakuumtechnik, Fertigung, Energieinfrastruktur und Anlagenbau ein. Gemeinsam mit Proxima entwickeln und fertigen sie zentrale Systeme und Komponenten für Alpha – und schaffen damit industrielle Fähigkeiten, die später auch für kommerzielle Fusionskraftwerke benötigt werden.

Auch der Standort ist Teil einer breiten Partnerschaft. Das Memorandum of Understanding - eine gemeinsame Absichtserklärung - zwischen Proxima Fusion, dem Freistaat Bayern, RWE und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik schafft den Rahmen für die Entwicklung von Alpha in Garching.

Warum Garching?

Karte von Bayern mit einer Markierung für Garching im Süden.

Proxima Fusion baut Garching als Pionierstandort für Zukunftsenergie weiter aus und führt konsequent fort, was Forschungseinrichtungen wie das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) und die TU München bereits vor vielen Jahren begonnen haben. Damit sind in Garching die besten Voraussetzungen vorhanden, um den nächsten Schritt von der Forschung zur industriellen Anwendung zu gehen.

Alpha knüpft direkt an die Arbeit des Stellarator-Experiments Wendelstein 7-X an und überführt zentrale Forschungsergebnisse erstmals in einen Demonstrator für ein zukünftiges Fusionskraftwerk. Dieses Projekt macht Garching damit zu einem zentralen Baustein für die Energiewende.

Der Standort bleibt auch langfristig erhalten: Nach dem erfolgreichen Nachweis, dass mehr nutzbare Energie gewonnen wird, als für Start und Betrieb aufgewendet werden muss ( Nettoenergiegewinn), soll Alpha an das IPP übertragen werden, um als nationale Forschungs-infrastruktur weiter genutzt zu werden. Damit soll in Garching nicht nur eine Demonstrationsanlage, sondern ein langfristiger Baustein der deutschen Forschungslandschaft entstehen.

Für die Region Garching und den Großraum München bedeutet Alpha mehr als nur ein weiteres Forschungsprojekt. Die Anlage legt die Basis, für hochqualifizierte Arbeitsplätze, langfristige Investitionen in Infrastruktur und Forschung sowie eine erhöhte internationale Sichtbarkeit als Standort für Spitzenwissenschaft und Hightech zu begünstigen.