Chancen der Fusionsenergie für Deutschland und die Region

See vor einem herbstlich gefärbten Wald; dahinter erheben sich schroffe Berge in Bayern.

Fusionsenergie kann zu einer der wichtigsten Antworten auf die Energiefragen der Zukunft werden. Sie ist nahezu unbegrenzt verfügbar, verursacht im Betrieb kein CO₂ und bietet die Chance, Deutschland und seine Regionen langfristig sicher, bezahlbar und klimafreundlich mit Strom zu versorgen.

Nutzen für Deutschland

Mit Fusionsenergie stärken wir unsere Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, sie kann ein wichtiger Teil unserer Stromversorgung und der Energiewende werden. Das ist gut für den Planeten, gut für die Bevölkerung und die Wirtschaft. Als rohstoffarmes Land mit einem hohen Energieverbrauch spüren wir immer stärker die Abhängigkeit von Schwankungen und Preisschocks auf dem internationalen Energiemarkt. In Fusion steckt aber noch mehr. Sie hat das Potenzial, eine neue Schlüsselindustrie für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu werden, vergleichbar mit dem Automobilbereich in seinen Hochzeiten.

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1 Gramm Fusionsbrennstoff enthält so viel Energie wie 11 Tonnen Kohle

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Die saubere Energie von einem Stellarator-Fusionskraftwerk kann 2 Millionen Haushalte mit Strom versorgen

Nutzen für Bayern

Die Fusionsforschung ist in Bayern zuhause. Der quasi-isodynamische Stellarator, der Vorläufer für Alpha, wurde vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) entwickelt und gebaut. Mehr als ein halbes Dutzend der Alpha Alliance Partnerunternehmen stammen aus Bayern.

Vertreterinnen und Vertreter des Freistaats Bayern, von Proxima Fusion, RWE und dem IPP bei der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding zum Bau von Alpha in Bayern.

Mit Alpha entwickelt sich Bayern vom Forschungs- zum Fusionsindustriestandort. Zum Projekt sagt der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder: „Wieder ein Meilenstein in der Hightech-Geschichte Bayerns: Kernfusion ist eine völlig neue Technologie für grundlastfähigen, CO2-freien und sauberen Strom in unbegrenzter Menge. So könnten wir den exponentiellen Stromhunger durch Elektromobilität, KI und Rechenzentren stillen. Bayern ist im weltweiten Wettbewerb um diese Stromquelle der Zukunft mit voller Kraft dabei.“

Ein großer Teil der Innovation findet in Bayern statt. Und fast alle direkten, hochqualifizierten Arbeitsplätze, die rund um Proxima Fusion entstehen, werden in Bayern angesiedelt sein. Am Firmenhauptsitz in München, in Garching, dem Standort von Alpha und in Gundremmingen, dem Standort von Stellaris. Auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Gundremmingen plant Proxima Fusion, die bayerische Staatsregierung und der Energiekonzern RWE den Bau des weltweit ersten kommerziellen Kernfusionskraftwerks. Die erste Stromeinspeisung ist für Ende der 2030er-Jahre geplant.

Zwei Proxima-Mitarbeiter arbeiten im Proxima eignen Labor an einem Bauteil mit zahlreichen Kabelanschlüssen um Hochtemperatursupraleiter (HTS) zu testen.
Behandschuhte Hände bearbeiten ein gebogenes Metallbauteil mit eingelassenen Kupferleitern in einer Werkstatt von Proxima Fusion.
Ein Proxima-Mitarbeiter macht handschriftliche Notizen in einem Heft, das auf einem technischen Versuchsaufbau liegt.
Ein Proxima-Mitarbeiter hält an einem Laborarbeitsplatz ein kupferummanteltes Kabel in behandschuhten Händen. Im Hintergrund ist eine Stellarator-Visualisierung zu sehen.
Nahaufnahme einer dunkelblauen Metalloberfläche mit feinen, parallel verlaufenden Rillen.
Zwei Mitarbeitende verbinden in der Werkstatt feine Leitungen mit den Kontakten eines technischen Bauteils.

Nutzen für Garching

Proxima Fusion macht Garching zum Pionierstandort für Zukunftsenergie. Hier entsteht mit Alpha die weltweit erste Stellarator-Anlage, die zeigen soll, dass Fusion mehr Energie liefert, als sie verbraucht. Damit wird der Übergang von der Forschung hin zu einem späteren echten Fusionskraftwerk vorbereitet. Für die Region bedeutet das hochqualifizierte Arbeitsplätze, langfristige Investitionen, internationale Sichtbarkeit und die Chance, dass hier vor Ort ein jahrzehntelanger Traum Wirklichkeit wird: saubere, sichere Fusionsenergie „made in Garching“.

Das Budget für Alpha liegt bei rund 2 Milliarden Euro, die Bauzeit wird voraussichtlich vier Jahre betragen. Alpha in Garching wird zudem als Ausbildungsplattform für die nächste Generation von Fusionswissenschaftler:innen, -ingenieur:innen und -betreiber:innen dienen.

Alpha bleibt auch nach Abschluss seiner Demonstrationsphase ein Gewinn für den Forschungsstandort Deutschland. Nach dem Nachweis eines Nettoenergiegewinns soll die Anlage an das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) übertragen und als nationale Forschungsinfrastruktur weiterbetrieben werden.

Nahaufnahme einer Hand, die ein gebogenes Metallbauteil mit Schraubverbindungen an einer größeren Konstruktion hält.

Nutzen für die Energiewende

Das Thema Energie berührt uns alle – von Jahr zu Jahr mehr, in fast allen Bereichen des Lebens. Am Ende geht es vor allem um drei Dinge: bezahlbare Energie, Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Wer heute eine Wohnung heizt, ein Elektroauto lädt oder ein Unternehmen führt, spürt, wie sensibel das Thema Energie ist.

Wir brauchen langfristig einen tragfähigen Energiemix. Erneuerbare Energien wie Wind und Sonne sind heute schon wichtige Säulen – und das bleibt so. Fusion kann deren ideale Ergänzung sein: Sie liefert grundlastfähige Energie, also Strom, der rund um die Uhr zuverlässig zur Verfügung steht, auch wenn es dunkel ist oder der Wind nicht weht.

Wir dürfen Fusion nicht gegen den Klimaschutz ausspielen. Alle Maßnahmen, die heute Emissionen senken – Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Effizienz, neue Speicher – sind unverzichtbar. Gleichzeitig müssen wir aber weiterdenken: Auch über 2040 hinaus brauchen wir viel Energie, etwa für Industrieprozesse, klimaneutrale Kraftstoffe, Künstliche Intelligenz und eine wachsende Weltbevölkerung. Und vor allem für den Ersatz der verbliebenen fossilen Energiequellen Öl und Gas. Deshalb entwickeln wir hier in Garching die Energiequelle der Zukunft.

Sieben Mitglieder des Proxima-Fusion-Teams stehen im Labor in Villigen vor ProtoSMC. Hinter ihnen ist der große, ringförmige Versuchsaufbau mit metallischen Halterungen und zahlreichen Kabeln zu sehen.

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